schwarz

Heute früh, beim Betreten der Umkleide unseres Fitnessstudios musste ich kopfschüttelnd die neue Farbe zur Kenntnis nehmen, mit der nun der ganze Laden gestrichen ist. Ich denke laut vor mich hin: „Schwarz, haben diese Vollpfosten sie eigentlich noch alle? Streichen alles schwarz, in einer Umkleide, wo man ja wenigstens ein bisschen was sehen will. Stockdunkel ist es hier. Wie kann man denn alles schwarz malen?“ Ein anderer Gast hört das und entgegnet mir: „Ich hab kein Problem mit schwarz.“ Ich schaue ihn an und bin für einen Moment sprachlos. Der Mann hat schwarze Haut. Wir mussten beide lachen.

Der Tieflader

Vergangenen Samstag haben wir noch einmal das Foto auf dem Tieflader nachgestellt:
Last Saturday, we covered a picture from 1969 or so. Me and my brother on our dads heavyweight-carrier:

Vor 50 Jahren wurden wir so ähnlich schon einmal aufgenommen:

 

Der Tieflader ist noch genau der selbe. Lediglich die Auflagehölzer vorne und hinten wurde vom Meister einmal ersetzt. Die Grabsteine hatten sie weggerubbelt. Im Hintergrund hat es das SPORTPLATZ-Schild gekostet und leider auch die Sauerkirschbäume vom Nachbarn, unserem „Onkel Richard“.
The carrier is still the same, just the wooden board in front and on the end were rubbed away and Dad had to refresh them from time to time. And of course the cherrytrees of our neighbor uncle Richard were not alive anymore, nor is uncle Richard. life goes on.

Mühelos den Berg hinauf

Heute, auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, fuhr ich mit dem Rad durch Martinsthal. Dort überholte ich einen dunkelhäutigen jungen Mann auf dem Fahrrad, das Fahrrad optisch und akustisch längst mit allen Komponenten weit über der Verschleißgrenze. Den sehe ich nicht mehr, denke ich mir so, als ich vorbeifahre und grüße freundlich. Der junge Mann grüßt zurück. Ich muss dann in Schlangenbad links ab und schaue zwischendurch ein-zweimal zurück, ob ich ihn  noch sehe, mit seiner grünen Adidas-Schirmmütze. Tatsächlich, er bleibt dran. 50m vor dem Ortseingangsschild in Schlangenbad hat er mich wieder. Seine Reifen seien fast platt, erklärt er mir. Auf die Frage Auto oder Presta sagt er Auto, also kann ich ihm Luft anbieten. Wir pumpen das Vorderrad auf, ich will das Hinterrad auch aufpumpen, da schaut mich schon der Schlauch aus zwei fetten Löchern der Flanken an. Forget about it denke ich mir, das wird nix. Wir fahren weiter, dabei stellen wir fest, dass wir beide nach SWA müssen, er wohnt dort im Flüchtlingsheim. Die Steigung von Schlangenbad nach Bärstadt hoch ist jeden Tag das Highlight unseres Heimweges. Dort schalte ich schön aufs kleine Kettenblatt und hinten auf eines der größten drei, dann gehts den Berg hinauf. Der junge Mann, wie sich herausstellt, Marathonläufer aus Äthiopien, geht einfach kurz aus dem Sattel, wenn er es im Sitzen nicht mehr schafft. Und erzaehlt munter weiter, von der Flucht aus Äthiopien, durch den Sudan, die Sahara nach Libyen, in einer Nussschale übers Meer nach Italien, Frankreich Deutschland. So erreichen wir flott Bärstadt und bis zu uns und einem heißen Tee ist es nicht mehr weit. Ich stelle ihm die Schaltung ein, montiere einen neuen Reifen, der alte ist wirklich durch. Mit seinem Rad wäre ich noch nicht einmal um den Block gefahren. Von seinem Hobby, dem Laufen hat er mir erzählt. Den Gickellauf hat er gewonnen, 2015. Ich hab nachgeschaut, es stimmt.

Mein erster persönlicher Kontakt zu einem Flüchtling

update vom Herbst 2017: den Koblenz Marathon hat er gewonnen, in 2:46. Respekt. Zum nachlesen hier klicken.

Miedzyzdroje – Pomorze Zachodnie

Die polnische Ostsee war uns ja bereits von der „Frischen Nehrung“ und Danzig bekannt, jetzt ging also in den fast westlichsten Teil, den Polen zu bieten hat, Miedzyzdroje, aka Misdroy. Die Unterkunft war im großen und ganzen so wie gebucht, die Bilder der Webseite natürlich aufpoliert, auf einem das Nachbargebäude mit Software entfernt. Gut, die Zimmer waren sehr hellhörig, man konnte schon erkennen, ob er oder sie im Nachbarzimmer das Bad benutzte, die Details erspare ich Euch. Das Bad insgesamt etwas eng geschnitten, Balkon oder Terrasse gab es nicht, war aber auch nicht Bestandteil des Angebotes. Parksituation war wochenends angespannt, Küche enthielt die Basics, einen Schneebesen bekamen wir auf Nachfrage dazu. Alles noch ok, nochmal würde ich allerdings hier nicht hinfahren.

Die Menschen werden unterschieden zwischen den Eingeborenen, die hier leben und arbeiten und den letnicy (also den Sommerleuten, die nur zum Urlaub da sind). Von letzteres kommt ein beträchtlicher Anteil aus Deutschland. Alle waren sehr freundlich, am Gespräch interessiert. Mehrfach passiert es mir, dass meine drei, und viel mehr sind es wirklich nicht, Brocken polnisch gelobt werden und ich das auch verstehe. Smalltalk klappt ganz gut, aber am Telefon wirds dann schon schwierig.

Die Natur: Großartig, liegt bestimmt auch etwas an der Jahreszeit, es ist Anfang Juni, alles ist grün. Die Natur explodiert geradezu vor Wachstum. Die Wälder mit ihren Kiefern, Buchen und Eichen sind wirklich ein Traum. Wir halten es wie immer, fahren einen Tag mit dem Rad, den anderen gehen wir mit Rucksack und Wanderschuhen. Am Strand kann man letztere ausziehen. Zur Natur gehören aber auch Dinge, die hier vor 70 Jahren in die Küste hineinbetoniert worden sind, Bunker, Verteidigungsanlagen mit allen möglichen Hilfsgebäuden. Abschussrampen für die V3-Kanone. Da steht soviel Beton, da würde man die komplette Küste wegsprengen, wenn man das rückbauen möchte. Das ist kaum zu glauben. Also lässt man es lieber stehen und wartet darauf, dass sich die Natur einen Teil wieder zurückholt, das ist voll im Gange. Den anderen Teil kann man ausstellen und Besucher reinschicken, so hat man ein paar Arbeitsplätze. Ja, dass hier einmal alles deutsch war, sieht man im kleinsten Dorf, wenn am sklep spozywczy der gemalte Schriftzug Kolonialwarenladen noch sichtbar ist.
Durch Miedzyzdroje geht im übrigen auch ein Teil des Jakobsweges. Er ist sehr deutlich an der Jakobsmuschel zu erkennen. Wir sind auf dem Weg nach Swinoujscie ein paar Kilometer dem Zeichen gefolgt.

Auch Natur: Wer die Straßen verlässt und in den Wald geht, womöglich noch ein paar sumpfige Wege begeht/befährt, so wie heute auf dem roten Szlak zwischen Miedzyzdroje und Lunowo, der sprüht oder reibt sich besser mit Autan ein. Dann bleiben wenigstens die Moskitos (komary) von einem fern, gegen Pferdebremsen hilft das leider nicht, die muss man erschlagen, wenn man Zeit hat und nicht lenken muss.

Der Tourismus: Hier in Miedzyzdroje hat man sich ziemlich auf Massenterrorismus eingestellt, man muss den Ort tagsüber nicht verlassen. Da wechseln sich kleine Spielhallen ab mit normalen Eisdielen, Waffelbäckereinen und diesen Softeisautomaten, in der Nähe der Mole auch noch mit Cafes. Man braucht nichts mehr mitzubringen, es gibt alles für den Strand zu kaufen. Der Fisch am Ende der Strandpromenade war allerdings lecker und einen echten Ausfall bei einem der Lokale konnten wir nicht feststellen. Will man mit Metallbesteck speisen, sollte man sich das mitbringen, so wie wir. Ansonsten gibts dort Plastik. Mit Einbruch der Dämmerung wird der Ort/die Kurpromenade von einer Rotte Wildschweine heimgesucht, die wühlen die Mülltonnen durch und veranstalten einen ziemlichen Dreck. Da passierte nichts, aber die Saison hat ja auch noch nicht richtig begonnen.

Der Strand ist groß und schön, manchmal am Wasser etwas gemüsig. Nachmittags am Strand waren wir nur am letzten Tag, im Wasser war nur meine Frau, ich lag lieber im Schatten und habe gechillt. Wenn Wind ist kann man super den latawiec aka kite fliegen lassen. Ob Wind da ist, kann man auch gut in der Webcam sehen, den später dort fliegenden Drachen natürlich auch. Einige Kitesurfer gab es auch zu sehen, die waren aber etwas weiter entfernt, so dass man keine Details erkennen konnte. Eine Kiteschule gibts aber auch hier.

Der Weg nach Swinoujscie führte ein Stück weit über den Jakobsweg.

Die Kette war eh an der Verschleißgrenze, nach dem Urlaub wird alles getauscht.

Chillen am See.

Sonnenuntergang am Strand.

Würden wir wiederkommen? Also ich glaube, nach Miedzyzdroje eher nicht, nach Swinoujscie schon, da waren wir am 1. Juni, mit den Rädern, das hat uns etwas besser gefallen. Aber die Ostseeküste ist lang und wir haben längst noch nicht alles besucht.

Heute am Schlangenbrunnen, Schlangenbad

Ich bin heute mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause und halte wie meistens am Schlangenbrunnen in Schlangenbad. Es ist ca. 18 Uhr. Ein älterer Mann, um die 75 füllt gerade Wasserflaschen ab, ca. ein Dutzend 3-Liter Gefäße stehen noch links vor dem Brunnen. Die Frau (oder Freundin) des Herrn, etwa gleich alt, schleppt weitere Kanister aus dem Kofferraum an, der Wagen ist oben in der Innenseite der Kurve im Halteverbot abgestellt. Ihr ahnt schon, was passieren wird. Ich also oben vor der Treppe das Rad abgestellt und die 12 Stufen runtergegangen, meine 0,5l-PET-Flasche schon in der Hand, den Verschluss in der anderen Hand. Ich sage laut und deutlich: „Guten Tag“ und steige links an den Kanistern vorbei und stelle mich neben den Mann. Der zieht seinen Wasserkasten zur Seite und lässt mich die Flasche füllen. Ich sage Danke und fange an zu trinken, ich war bereits 2km vor Georgenborn ohne Wasser unterwegs. Durst! Dann kommt die Frau dazu, wie gesagt, es ist bereits alles gelaufen, sagt zu ihrem Mann: „Heutzutage fragt keiner mehr. Er hätte ja fragen können, das macht man ja auch nicht, dass man einfach so über die Kanister steigt.“ Der Mann bejaht dieses unflätige Benehmen mit ein paar zustimmenden Worten, die mir nicht mehr ganz geläufig sind. Ich frage die Frau, ob die beiden sich gerade über mich unterhalten. Sie bejaht. Ich frage weiter, ob ihr da nichts auffällt, sie beschwert sich gerade über mangelnde direkte Ansprache, spricht aber selbst nur über mich, anstatt mit mir. Ich sage der Frau, dass sie jetzt nicht mehr einmischen muss. Es sei alles geregelt, ich habe laut und deutlich „Guten Tag“ gesagt, dem Herrn war sofort klar, hier kommt einer mit Durst, er macht mal eben für 5 Sekunden die Zapfstelle frei, getreu dem Motto an deutschen Brunnen, „Sofortverzehr geht vor“. Alles erledigt. Gibt nichts mehr zu keifen. Die beiden Damen auf der Raucherbank, 5m weiter haben mir beide die Daumen hoch gezeigt. Verbitterte alte Menschen. Die hier waren von der Kategorie Privatpatient, aber die Baustelle mache ich ein anderes Mal auf. ok

Mountainbikemarathon bitte ohne Pedelecs

Der Wettkampf in Wiesbaden am 2.7.2017 muss dieses Jahr ohne mich auskommen. Ich bin dagegen, dass bei einem Wettkampf Pedelecs erlaubt werden. Diese Fahrräder haben sicher ihre Berechtigung, um weniger zu schwitzen, wenn man zur Arbeit fährt, und etwas schneller zu sein, für Leute nach einem Herzinfarkt oder um überhaupt in den Sport reinzukommen. Aber bei einem Wettkampf haben sie meines Erachtens nichts verloren. Dann wären wir nämlich beim Motorsport. Genausowenig haben Pedelecs und die stärkere Variante bis 40km/h etwas in den Alpen verloren, wo völlig ungeübte Menschen nur aufgrund der elektrischen Unterstützung in Regionen vordringen, in die sie vorher nur mit dem Sessellift gekommen sind. Nur hier gibt es keine Lifte mehr. Hier wird dann die Bergrettung benötigt.

Dass das niemanden juckt ob ich mitfahre oder nicht ist mir schon klar, aber vielleicht gibts ja noch mehr, die das stört. Ich kann Alex Voos verstehen, der braucht die Kohle. Wir werden sehen, wie die Resonanz ist.

Lupine Rotlicht. Ist das hell!

Seit 2 Wochen haben wir das Rotlicht in Betrieb. Zugegeben, ich habe mich lange gesträubt, 90 EUR für EIN Rücklicht auszugeben, aber ich hänge sehr am Leben und noch mehr an dem meiner Frau. Und da man hinten keine Augen hat und man nicht zu 100 Prozent auf Waldwegen unterwegs sein kann, war es Ende März soweit und ich habe zwei der Lichter bestellt. Und gleich nach der ersten Fahrt habe ich alle anderen bisher vorhandenen Rücklichter abmontiert, die Akkus entnommen und verschrottet. Man braucht sonst nichts mehr. Das Rotlicht leuchtet in der schwächsten Stufe über 30 Stunden und solange ist selbst von EUCH keiner unterwegs. Und tagsüber wirkt es als Bremslicht. Die Helligkeit ist verblüffend. Probierts einfach mal aus. Hier bitte

Eberhard Langlotz (1942-2017)

Eberhard Manfred Langlotz, geb. 9.1.1942, mein Patenonkel, ist am 16.3.2017 morgens um 04:51 im Klinikum Dachau verstorben.

Eberhard war verwitwet, seine Frau Kriemhilde starb bereits 1974, am Rosenmontag im Alter von nur 29 Jahren. Sein einziger Sohn Erik, geb. 31.12.1967 starb am 27.11.1984 kurz vor seinem 17. Geburtstag bei einem Motorradunfall. Er hinterlässt eine jüngere Schwester, Annerose (*1943), unsere Mutter.

Eberhard verließ das Saarland 1987 Richtung Dachau und wurde dort glücklich. Deswegen soll er auch dort begraben werden. Die Urnenbestattung auf dem Dachauer Friedhof hat im April stattgefunden. ER hat ein anonymes Grab bekommen.

Blogbetreiber und sein Patenonkel

Die selben Personen fast 50 Jahre später

Lidia juz nie zyje

Als ich am Freitagabend dem 3.2.2017 von der Big-Band-Probe nach Hause gefahren bin, ahnte ich noch gar nichts. Der Weg führte über die L3037 also über die „hohe Wurzel“, am Taunus-Wunderland vorbei, wie meistens in der letzten Zeit. Dort befand sich um diese Zeit ein Warnhinweis „Ölspur“ und die Straße war rot vom Bindemittel. Erst über eine Woche später erfährt meine Frau zufällig, dass unsere Freundin und Trainerin Lidia es war, die dort in ihrem Wagen ums Leben gekommen ist. Wir sind fassungslos.

Machs gut Lidia!

Bohrarbeiten nach Inbetriebnahme der Fritz!box 7490

Nachricht für die Gehäuse-Designer bei AVM:

Was reitet Euch eigentlich, bei jeder neuen Fritzbox andere Lochabstände für die beiden Aufhängeschrauben auszuwählen? Die 7270 hatte 10cm, die 7390 etwa 17cm, die 7490 kommt mit 19,5cm Lochabstand daher. Glaubt ihr wirklich, ich habe sonst nichts zu tun, als ständig neue Löcher zu bohren? Kann man sich da mal auf ein Maß einigen?

Vorsicht vor GOH-O1452, SUV Typ BMW X3 oder vergleichbarer Japaner

Ich fahre die L3037 Richtung Wiesbaden, 800m vor dem Taunus-Wunderland, da kommt von hinten der Wagen mit d.o.g. Kennzeichen, setzt ohne Blinker mit deutlich mehr als den dort erlaubten 100km/h zum überholen an, fährt vorbei, schert vor mir wieder ein und will mich zu einer Vollbremsung zwingen. Der Fahrer, ein Mann um die 40-50 Jahre alt, muss alkoholisiert gewesen sein, nüchtern traue ich eine solche Sache niemandem zu.

Internetradio vom Feinsten

Meine bevorzugte Internetradiostation derzeit heisst RMF (Radio Muzyka Fakty, zu deutsch Radio Musik Fakten) und sendet alle Genres die man so braucht. Im Browser geöffnet kommt kaum Werbung, die diversen Genres sind auch bei radio.de der App fürs Smartphone einstellbar, dann allerdings mit deutscher Werbung vorgeschaltet. Man sucht dann gleich nach RMF STYL oder RMF Cuba etc. Um Im Browser eine andere Musikrichtung auszuwählen klickt man im roten Fenster auf „wszystkie“ (alles) und sucht sich dann aus den 80 verfügbaren Angeboten etwas aus. STYL sendet zu Hälfte Mainstream. Cuba spanisch, Club und Jazz braucht man nicht zu erklären. Für alle Genres gibt es eine Playlist mit Plattencover. Im Viertelstundentakt wird die Station auf polnisch angesagt, to wszystko!

Zakopane, Tatry

Jetzt also nach 26 Jahren mein zweiter Besuch in der Tatra. Damals, über das Endspiel der WM in Italien mit bekanntem Ausgang mit meinem Cousin auf der slowakischen Seite in Tatranska Lomnica, jetzt mit meiner Frau auf der polnischen Seite in Zakopane.

Also den direkten Vergleich der beiden Ortschaften habe ich nicht, kann jedoch schon so viel sagen: Auch in der Nebensaison ist es bereits auf dem Weg hierher wie auch dann beim Aufenthalt hier so voll, das ist mir schon fast zuviel. Staus überall, alle fahren Auto, die Parkplätze übervoll. Die Leute stehen Schlange zur Seilbahn und warten eine Stunde für das Hochfahren auf den Gipfel. Da ist man fast die halbe Strecke gelaufen. Wie das im August zur Hauptsaison war mag ich mir gar nicht vorstellen.

Wir haben ein tolles Hotel erwischt, es liegt abseits der Stadt auf der Straße nach Lysa Polana. Anna buchte ein Zimmer mit Sniadanie i Obiadokolacja, das bedeutet so viel wie Halbpension, das Abendessen gibt es aber flexibel von 13-21 Uhr nehmen. Sehr praktisch. Hatten wir in Karkonosze schon mal.

Die Sehenswürdigkeiten, oder wie es in einem Reiseführer früher lustigerweise mal hiess, Merkwürdigkeiten, sind: Giewont (1894m) oder der schlafende Ritter, Morskie Oko, Kasprowy Wierch (1987m) und diverse Täler und Höhlen die ich noch aufführen werde, sobald wir dort waren.

Heute, am 14.09.2016 waren wir in Summe 1600 Höhenmeter unterwegs, auf DEM Hotspot der Tatra, dem Giewont. Ja natürlich, jeder mit Stöcken auf den Wanderwegen ist einer weniger auf dem Sofa und tut war für seine Gesundheit. Und dass so viele Menschen auf den Berg gehen, hat ja schon was gutes. Die Bewegung an und für sich, und auf den Giewont kommen sie nur zu Fuß, da fährt kein Cablecar hin. Aber ich bin mal vorsichtig und behaupte ein Drittel der Gipfelbesucher gehört dort eigentlich nicht hin. Die Menschen kommen mit Turnschlappen, haben in einer Hand die Designerhandtasche und in der anderen das Smartphone. Und die Situation ist für mich echt schwer erträglich, wenn ich bei den letzten 40 Höhenmetern zum Gipfel, wenn es schon zieht wie Hechtsuppe, in einer Schlange stehen muss, weil zwischendrin erst einer telefonieren muss, schliesslich hat das Telefon ja geklingelt. Da drängeln sich auf dem Gipfel dann die Menschen, das ist unfassbar. Wenn der Weg hoch und runter nicht Einbahnstraßen wären, es gäbe Mord und Totschlag. Naja, ich hab das überstanden und die anschliessende Gratwanderung hoch zum Kopa Kondracka (gesprochen Koppa Kondratzka) war dann wirklich bergwandern vom feinsten. Die Beine haben nach dem Abstieg echt gebrannt. Macht man ja nicht jeden Tag.

20160914_122416

 

Krakau 2016

Jetzt also zum ersten Mal nach Krakau. Die Fahrt haben wir mit entsprechend Pausen geplant, 17 Uhr waren wir dort, ohne besondere Vorkommnisse. Einchecken, frisch machen und Kolacja, mehr war nicht.

Die Betten sind etwas hart gewesen, aber das dehnt man sich morgens wieder raus. Nach einem kurzen Stop bei Autohändler waren wir lecker frühstücken. Den Nachmittag verbrachten wir lange im Museum, bzw. bereits mit dem Weg dahin, also auf dem sogenannten Szlak Oskara Schindlera. Der Szlak (auf deutsch etwa so viel wie Spur) beginnt von der breiten Straße (ul. Szeroka) am jüdischen Friedhof und an einigen Synagogen vorbei und führt zur Adlerapotheke von Tadeusz Pankiewicz bis zur bereits erwähnten Fabrik. Man kann unterwegs ein Stück der alten Gettomauern sehen. Die Mauer ist jüdischen Grabsteinen nachgebildet, man kann erahnen, was die Menschen dachten, als die Mauer errichtet wurden.

Es ist ähnlich, wie vor zwei Jahren in Oswiecim. Man spürt die Grausamkeit der damaligen Zeit und ist trotzdem froh darüber, dass es jemanden mit Menschlichkeit gab, der sich traute, Leben zu retten. Der Situation wird man natürlich nie in drei Sätzen gerecht werden.

Nach einer kurzen Rast auf einer Bank an der Weichsel haben wir leckere Pierogi gegessen, allerdings ist das Lokal jetzt in der Straße des heiligen Leib Christi, auf polnisch .

Was noch? An das Radfahren in einer großen polnischen Stadt muss ich mich erst gewöhnen. Ansonsten war der Anfang schon ganz klasse. Endlich Urlop.

Fester Programmpunkt wird der Wawel sein, wir hören uns HejnaT in der Kosciol Mariacki an, die Dame mit dem Hermelin, einziger Leonardo da Vinci Polens und ein Besuch auf dem Markt, wenn wir das schaffen ist alles gut.

Krakau hat was. Ist schöner als Warschau und natürlich auch etwas überschaubarer. Wenn man dann noch Urlaub hat und das Wetter schön ist, traumhaft. Wir saßen bis spät abends auf dem Rynek (Marktplatz) und chillten. Es war Entspannung pur.

Aber nochmal die wichtigsten Highlights der Tage zwei und drei:

Frühstücken kann man hier sehr gut: Milkbar in der ?wi?tego Tomasza 24, 33-332 Kraków. am besten hat es uns hier gefallen: smakolyki,  Straszewskiego 28, 31-113 Kraków, Polen

Mittagessen: Kuchnia u Doroty, Augustia?ska 4, 31-064 Kraków, Polen und polskie smaki ?wi?tego Tomasza 5, 31-014 Kraków, Polen. Beide Lokale sehr lekker und freundliche Leute.

Am dritten Tag haben wir noch das Gestapo-Gefängnis in der Pomorska Str. besucht. Nach dem Krieg hatte ein Maler den Auftrag bekommen, die Wände zu streichen. Er hat geistesgegenwärtig die Inschriften an der Wand gelesen und ein Flies darüber geklebt, so dass die Gravuren nicht beschädigt wurden. Da ist schon sehr schmerzend, was man da lesen muss. Und man erfährt dabei, dass 20 und mehr Personen auf 6 Quadratmeter eingepfercht wurden. Keine Toilette oder auch nur einen Eimer gab es da. Unvorstellbar.

Die o.g. Adlerapotheke haben wir dann nicht mehr geschafft, das war ja zu erwarten. Insgesamt gesehen sind drei Tage auch zu wenig, zumal es der erste Besuch in Krakau war, aber wir werden wieder kommen.

Freitag dann die Fahrt nach Wieliczka, aufgenommen in die erste Liste der Unesco, Weltkulturerbe. Da gebe ich normalerweise nichts drauf, diesesmal hatten die Recht in der Unesco. OK, ein Bergwerk in Betrieb wäre noch besser, aber eines in Betrieb kann man nicht so besichtigen, wie ein Besucherbergwerk. Man sollte vielleicht nicht unbedingt unter Platzangst leiden, wenn man von der Rasenhängebank hinabsteigt, denn es geht 45 Treppen á 7 oder 8 Stufen nach unten, eng, eng, eng. Sobald man aber am Füllort angekommen ist, legt sich alles wieder. Man braucht keinen Helm, die Wege sind beleuchtet, trocken und schön geräumig. Da beste aber, fand ich zumindest, waren die vielen Original bzw. Nachbildungen von „Fördermaschinen“ zur Förderung in Blindschächten. Irre. Da waren Räder dabei mit 8 Metern Durchmesser, auf denen dann Seilscheiben liefen, die 3 Meter im Durchmesser hatten. An dicken Hanfseilen hingen dann Korb und Gegengewicht und Höhen von bis zu 200 Meter in der Vertikalen konnten damit überwunden werden. Für die Zeit vor den Elektromotoren eine starke Leistung. 4 Pferde bewegten die Maschinen vor- und rückwärts. Also, wer die Chance hat: Hinfahren, eine deutsche Führung buchen, die „bergmännische“ gibts leider nicht auf deutsch nur auf englisch und polnisch. Wir hatten die touristische und unsere Führerin Lucyna Mejbaum war oft am Ende, wenn ich mit meinen schlauen Fragen kam. Man kann es sich vorstellen, dass der Papst WojtyTa auch allgegenwärtig war, als Skulptur, Andenken und Bilder. Meiner Frau gefielen die große Kapelle Kaplica Sw. Kingi am besten, die ist auch sehr eindrucksvoll, vor allem wegen der Größe und der Tatsache, dass da alles aus Salz ist. Dann natürlich auch die Salzböden und die Leuchter, die ebenfalls komplett aus Salz hergestellt sind.

Nach der Ausfahrt ging es dann weiter nach Zakopane.

Machogehabe jetzt schon bei 10-jährigen

Am 18. Juli 2016 nachmittags ist meine Frau zu Fuß in Kemel unterwegs. Auf dem Rückweg befindet sie sich dort wo der rote Punkt zu sehen ist. Sie geht auf dem Gehweg auf der rechten Seite. Ihr entgegen kommt ein Junge mit nordafrikanischem Aussehen, ca 10-12 Jahre alt. Er geht ebenfalls rechts, als er meine Frau sieht, geht er auf die linke Seite, direkt auf meine Frau zu. Das hätte der Bengel sicher nicht gemacht, wenn ich dabei gewesen wäre. Was macht man in so einem Fall? Gibt man nach, werden die Machos noch bestätigt. Scheuert man ihnen eine, gibts eine Anzeige wegen KV und man ist ein Rassist. Wer hat einen Tip zur Deeskalation mit nordafrikanischen männlichen Kindern?

 

Bildschirmfoto vom 2016-07-19 21:58:37