Optimalfrühstück

Dieses Frühstück ist so gut, das Rezept muss ich weitergeben. Nach einem frischen Apfel und (wenn die Zeit es zulässt) zwei weichgekochten Eiern gibt es die folgende Komposition:

40g Haferflocken (einmal pro Woche selbst gequetscht)
40g Nuss- und Kernmischung (Para-, Hasel-, Wal-, Pecannüsse, Mandeln, Kürbis- und Sonnenblumenkerne)
40g Rosinen
1 Banane, die wiegt ca. 120g
1 Becher Quark, 20% Fett, genau 250g
1 Karotte, frisch gerieben, auch ca. 120g
je ein Teelöffel Chia- und Hanfsamen, Amaranth gepufft und Sesam.
Damit es sich mischen läßt, ein halbes Glas Wasser.
Man kann täglich mit einer Passionsfrucht, einer Handvoll TK-Himbeeren, Brombeeren variieren, dann bekommt das M. auch immer eine andere Farbe, neben dem Geschmack.
Das Müsli hat ca. 1050kcal, mit den zwei Eiern und dem Apfel sind es 1270. Damit ist der Hunger für die nächsten 6h  kein Problem.

Weissbrot und nussig-schokoladiger Brotaufstrich

Weißbrot:

2 Tütchen Trockenhefe
1TL Salz
1TL Zucker
600g weißes Mehl (Type 550)
350ml kaltes Wasser

alle Zutaten in die Knetmaschine und einen Teig kneten. Diesen in eine größere bemehlte Plastikdose legen und im Kühlschrank bis zum nächsten Morgen liegen lassen.

Dann Backofen aufheizen auf 220 Grad Celsius. Wer Dampfeinspritzung hat, die dazuschalten, die anderen stellen eine Tasse mit Wasser in den Ofen. Teig auf dem Backblech auseinanderziehen und 30-35 Min backen, fertig.
Rezept ist von meiner Kollegin R.! Danke!

Brotaufstrich:

100g Pecannüsse
40g Rosinen
2TL Honig
30g Butter
2TL Kakaopulver zum backen

Nüsse rösten, abkühlen lassen, alles in den elektrischen Hacker geben, in mehreren Stufen klein hacken. Ich hatte die Nüsse vorher in der Trommelreibe gerieben, das ging sehr leicht. Die Masse lies sich auch sehr einfach aus dem Hacker nehmen.

Ich empfehle anschließend eine Runde mit dem Fahrrad zu fahren, biologisch mechanisch, nicht unter 2 Stunden, nicht unter 1000 Hm, sonst darf man an diesem Tag nichts mehr essen.

Finanzamt und Mathematik, hier: Rheingau-Taunus

Die Einkommensteuererklärung war relativ schnell erledigt, allerdings sollte ich noch eine Anlage authentifiziert nachliefern. So schrieb mir das FA Rheingau-Taunus und teilte mir meine Steuernummer in der Sache mit, wohlwissend, dass ich vorgenannte Steuererklärung mit Elster gemacht hatte, so wie seit 2014 jedes Jahr.

Im Schreiben des Finanzamtes enthalten war die Bitte, dies innerhalb vier Wochen zu erledigen. Außerdem enthielt das Schreiben einige Hinweise auf die Mitwirkungspflicht, was passiert wenn… (man wird geschätzt, wenn man nicht antwortet)

OK, ich setze mich ans Elster, gebe die Steuernummer ein, so wie mitgeteilt. Passt nicht. Der erste Block in Elster hat nur drei Stellen, mitgeteilt wurden aber vier (2604). Ich kürze und versuche die Nummer passend zu machen. Klappt natürlich nicht. Meine Wut auf das Finanzamt steigt von Minute zu Minute. Elster hat keine Hinweise, google auch nicht, anrufen kann ich mir sparen, das geht nur während der Sprechzeiten, zu diesen Zeiten gehe ich allerdings selbst arbeiten.

Dann klappt es doch, ich gehe einmal eine Stunde später zur Arbeit. Ich rufe an, mein Sachbearbeiter ist natürlich nicht da, aber jemand spricht mit mir. Ich schildere mein Problem (mitgeteilt vier Stellen, erster Block in Elster fasst max. drei Stellen). Aber auch der Mitarbeiter eiert rum und kommt nicht drauf, dass man mir das vereinheitlichte Bundesschema mitgeteilt hat, von diesem die ersten beiden Stellen gelöscht werden müssen, dafür muss noch eine Null vorangestellt werden, so dass im Elser der erste Block so aussieht: 004. Langes Ausprobieren ist notwendig, bis wir zusammen die Lösung finden.

Der ein oder andere merkt es bereits. Jeder, der das liest kann sich an dieses Kapitel in der Grundschule erinnern, als der Lehrer fragt, möchtet ihr lieber 004DM, 040DM oder 400DM. Es stellte sich damals schon heraus, dass führende Nullen nichts wert sind, sofern nicht noch ein Komma kommt. Nicht so beim Finanzamt. 004 ist nicht das selbe wie 04 oder 4. Elster nimmt es nicht an. Nun können die Mitarbeiter des Finanzamt in SWA nichts dafür, allerdings müssen sie meine Empörung aushalten. Ich beschwere mich e-schriftlich. Daraufhin erklärt mir die Mitarbeiterin G. papier-schriftlich und umfänglich den Unterschied zwischen den persönlichen Steuernummern, denjenigen im vereinheitlichten Bundesschema und im Standardschema des Landes Hessen. Sie schreibt außerdem, ich solle dringend einer der angegebenen Nummern verwenden, wenn ich mich mit einem Anliegen an das FA wende. Welche ich verwende sei unerheblich. Dann, im letzten Satz, wir befinden uns mittlerweile bereits auf Seite 2 des Schreibens, gibt sie an, dass im hessischen Schema noch eine Null vorangestellt werden muss, um im Elster die Steuernummer einzugeben. Und die Abteilungsleiterin  J. unterschreibt das auch noch.  Ich bin fassungslos.

Nochmal: Die Mitarbeiter in SWA können nichts dafür, so etwas wird in Berlin, hilfsweise in Wiesbaden, festgelegt.

Dies ist eine wahre Geschichte, passiert im August/September 2020.

Polen im Sommer 2020, Warschau und Leba

So viele Besonderheiten gab es noch nie zu beachten. Wir fahren mit einem krachneuen Auto nach Polen, dort herrscht Korona, gleich am ersten Sonntag gehts zur Präsidentenwahl und wir haben dieses Mal nicht unsere Standardunterkunft in Reduta sondern eine andere Bude gebucht, dazu gleich mehr.

Der neue Wagen läuft wirklich super. Ja, auch wenn ich mich nicht so wirklich für Autos begeistern kann und auch noch ein Stück weit an meinem alten Peugeot Partner hänge, der immerhin fast 19 Jahre zuverlässig gearbeitet hat, so muss man doch eingestehen, dass die Entwicklung weiterging und es mittlerweile 6-Gang-Getriebe, Tempomat und Klimaanlage gibt. Letzteres war noch nicht in Betrieb, das soll aber noch kommen, sagt die Wettervorhersage. Tempomat ist toll, das entlastet das rechte Bein schon merklich. Und die 130 Pferde ziehen auch besser als die 90 vorher. Für ein neues Auto müssen fünf Sätze reichen, ist ja schliesslich kein Fahrrad.

Also dann das Hotel. Wir entschieden uns nach Aktenlage für eines mit Namen West-Hotel. Können wir nicht ernsthaft weiterempfehlen, es sei denn, ihr bringt Euch Feudel, Staubsauger und abwechslungsreiches Frühstück mit. Der Ascher vor der Haustür macht jedes raus-und reingehen zum Genuss, da die Montagearbeiter dort die Fluppen nur reinschubsen, aber nicht ausdrücken. Lecker. Mehr brauchts wohl nicht zum wegklicken.

Gleich am ersten Tag hatte meine Schwiegermutter Geburtstag, allerdings kamen Korona- und vermutlich auch PIS-bedingt nicht so viele Besucher, so dass wir im ganzen zu viert waren, beim Mittagessen im Restaurant. Egal, es war nicht weniger herzlich und sie hat sich über die Gesellschaft und die Geschenke gefreut.

Warschau hat mir jetzt gar nicht so schlecht gefallen, allerdings fallen wegen der Seuche alle Merkwürdigkeiten (meine Lieblingsübersetzung eines Flyers  zu den dortigen atrakcje aus Kudowa Zdroj) aus, Fontaenen freitags und Chopin-Konzerte Sonntag um 12 und 16 Uhr. Die Gastronomie funktioniert aber schon wieder so dass wir doch jeden Tag woanders ausgehen konnten.
Zu empfehlen sind hier das Folk Gospoda in der Grzybowa und das „U Lotnikow“ in der Krasinskiego 56 in welchem die Freundin meiner Schwiegermutter als Köchin arbeitet.

Im ÖPNV soll man eine Munaske tragen, das ist aber nicht durchgängig der Fall. In Geschäften wird es weitgehend eingehalten, je kleiner desto besser. Es gibt nirgends Sanktionen. Es gibt aber auch keine Zahlen, und noch weniger Tests. Alles läuft so gefühlt nach §3 des Kölschen Grundgesetzes „et hätt noch immer jot jejange.“

Bei der Präsidentenwahl am Sonntag war dann allerdings Munaske Pflicht, ich habe meine beiden Wählerinnen zum Wahllokal begleitet, bin aber draussen geblieben und habe auf den Hund aufgepasst. Die Urnen sind aus Plexiglas, so dass man auf Wahlzetteln, die sich nach dem Einwerfen entfalten, auch erkennen kann, was angekreuzt wurde. Ob das in Deutschland auch ginge, weiß ich nicht, ich glaube eher nein.

Also bei der ersten Wahl hat die PiS gewonnen, am Sonntag nach unserer Heimfahrt kommt die Stichwahl, da wird meine Frau wohl nicht mit abstimmen, da sie weder in WAW noch in Köln ist. Schwierig, dabei ist jede Stimme wichtig.

Jetzt sind wir in Leba, (stellt Euch das L mit einem diagonalen Strich vor, das gibt mein Zeichensatz leider nicht her) ausgesprochen Weba. Hier haben wir eine Apartment angemietet, das ist super, wir sind viel draussen und ab morgen soll dann auch das Wetter besser werden und wir können an den Strand. Heute machten wir bereits eine Wanderung im Schilf, siehe unten

Die Verpflegung ist super, die erste Bank ist bereits aufgrund des hohen Gewichtes unter mir zusammengebrochen:

mit dem Fatbike am Strand. Ginge hier auch mit schmaler 2“ Bereifung. Der Sand in Leba ist sehr fein und am Wasser stark verdichtet. Wir hatten Westwind, da kann man es richtig krachen lassen. Für das Bild bin ich mal kurz gegen den Wind gefahren, in Richtung der untergehenden Sonne. Gemacht hat das Bild meine Anna. Danke! Also, nicht dass jemand meint, wir kommunizieren nur per Netz, ich hab es ihr auch gesagt.2

West-Hotel Warschau, Warszawa, booking.com, feedback

Nein, zu empfehlen ist das wirklich nicht, das West-Hotel. Die Bewertungen bei booking haben wir abgegeben, müssten hier noch zu sehen sein. Gleich nach unserer Ankunft haben wir an der Rezeption nach der Putzfrau verlangt, da die Regalböden total verstaubt waren. Sie kam dann an, die Gastarbeiterin aus Weisrussland, sprach schlecht polnisch,  war nur mit einem Lappen bewaffnet, kein Eimer mit Wasser oder so. Sie war schon mürrisch, hat dann gefragt was los sei. Wir haben ihr den Schrank gezeigt, dann hat sie die Bretter abgewischt. Das oberste konnte sie nicht erreichen, da war sie zu klein. Von der Fensterbank wussten wir damals noch nichts. Da ist alles verstaubt. Während der 5 Tage hat dort keine Service-kraft den Raum betreten. Warum ich das hier schreibe? Nun, wie die Einträge bei booking behandelt werden, weiss ich nicht, meinen Blog kann keiner administrieren. das war damals schon beim Pfusch (saarländisch Knaup/Knaub) des Kaminbauers Stachel so. Der hat nach einen Jahr auch gemerkt, dass die Leute im Internet nach Bewertungen seines Unternehmens gesucht haben und hier fündig geworden sind.

Also, für das Hochwasser vor dem Hotel kann keiner etwas, die beiden Mädchen von der Rezeption und vom Frühstück (Weissrussen/Litauer) und der junge Mann (vermutlich Pole, sprachlich jedenfalls kein Gastarbeiter) waren total freundlich, die können auch nichts für das Gesamtbild des Hotels. Mit etwas mehr Engagement beim Putzen und etwas mehr Abwechslung beim Frühstück wär das alles kein Problem. die identischen Teller mit der Pfirsichmarmelade kann man nach drei Tagen nicht mehr sehen.

Und wenn man sich eine goldene Nase verdient hat, kann man nach ein paar Jahren auch mal die Matraze wechseln.

Gates Carbon Riemen richtig spannen

Dabei wollte ich nur weg vom Öl und vom Dreck. Wartungsfrei und sauber sollte es sein, das neue Antriebssystem meines Fahrrades, ein Fatbike von Mi-tech.de mit Pinion P1.18 Getriebe. So voll umfassend informiert hatte ich mich nicht, die Videos von rad-lager.de und die Infoseite über Vor- und Nachteile von Zahnriemen hatte ich nicht gesehen. Ich bin schon davon ausgegangen, dass diese neue Technik gut sein muss. Vom Pinion bin ich auch immer noch überzeugt, vom Gates Zahriemen nicht mehr so ganz. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass er zur Zeit nicht mehr so richtig eingestellt ist.

Es ist klar, der Riemen verträgt keine Ungenauigkeit bei der Flucht der beiden Zahnräder. Nicht nur dass beide parallel zueinander stehen müssen, sie müssen auch genau hinterneinander liegen. Das habe ich mit einem Aluminiumlineal in V-Form hinbekommen. Wichtig dabei ist, dass man die Ruhe- und die Lastsituation beachtet. Die Lage verändert sich unter Last etwas. Idealerweise kommt das System unter einer gewissen Last genau zur Flucht.

Dann muss die Riemenspannung stimmen. Die Methode, mit einer App und einem Mikrofon anhand des Anschnipsens des Riemens einen Sound zu erzeugen, der dann Angaben zur Spannung gibt und mit die App mit einer Ampel angibt, ob die Spannung stimmt, halte ich für Magie (Illusion). Ein Gewicht in die Mitte des Riemens zu hängen und die Ablenkung aus der Waagerechten zu messen klingt für mein Verständnis schon deutlich präziser, wenn man denn eine Tabelle hätte, die dazu Angaben macht.

Das Foto zeigt die vorletzte Version des selbsgebauten Tension-Tools. In der fertigen Version ist am oberen senkrechten Stück noch ein kurzes Stück eines Klappmeters angeschraubt, um die Auslenkung sofort ablesen zu können. Den Becher habe ich deswegen genommen, um über die Schraubenfüllung möglichst genau an ein definiertes Gewicht heranzukommen.

Momentan sind die beiden 39 Zähne-Räder in der Flucht, der 125 Zähne-CDX-Riemen ist gespannt. In der Mitte des waagerecht ausgerichteten Riemens hängt ein Gewicht von einem Kilogramm. Die darauf wirkende Gewichtskraft lenkt den Riemen um 12mm nach unten aus. Jetzt wird die Runde am kommenden Samstag zeigen, ob ich so fahren kann oder nicht. Letztendlich ist die Spannkraft ja nicht wichtig, das Ergebnis in der Form „derzeitige Spannung ist zum fahren gut/schlecht/gar nicht geeignet“  ist wichtig. Und darüber kann man sich ja eine eigene Tabelle bilden. Wenn dies hier jemand liest und diese Erfahrungen schon hat, darf der/diejenige mir das gerne schicken.

Tabellen von Gates über das Gewicht des Tools und die dabei erfolgte Auslenkung des Riemens habe ich noch nicht gefunden. Bei meinem bevorzugten bike-Versender habe ich die beiden Größen angefragt, aber ob die sich die Mühe machen, das Tool zu wiegen und auszumessen glaube ich nicht wirklich.

Ich will die nervigen Geräusche wegbekommen. Gegen den Staub am Riemen hilft ein Wasserstrahl aus der mitgeführten Trinkflasche. Einmal hat mir ein Schrauber den Riemen mit Silikonspray eingesprüht, das war auch eine Zeit lang ganz gut.

Irritiert bin ich allerdings immer noch vom höheren Kraftaufwand des im ersten Absatz verlinkten Videos von Georg Schmeisser. Da kann man eigentlich nicht guten Gewissens zum Riemen greifen. Und davon bin ich nicht weit entfernt, Ketten und 2 gleiche Ritzel mit 104mm Lochkreis sind noch in der Ersatzteilkiste.

So ähnlich hat das Georg Schmeisser an einem Kunden-Fatbike von Nicolai gemacht, leider wurde das Video schon nach 4 Tagen wieder entfernt.

Es geht weiter…

Rüdiger Nehberg (+ 01.04.2020)

Bereits als Jugendlicher besaß ich ein Buch von ihm, mit Überlebenstechniken, lange vor der Erfindung der Prepper. Er konnte toll erzählen, die Geschichten brannten sich im Gedächtnis fest ein. Das war ein Teil der Kindheit, der mich begeisterte.

Bill Withers (+ 31.03.2020)

Es braucht nur zwei Takte, dann erkennt man seine Stücke auf Anhieb. Seit ich sie nicht nur hören kann, sondern auch spielen, bin ich ein Riesenfan von Bill Withers. „Just the two of us“ ist mein Lieblingswerk. Hoffentlich gibt es ein Wiedersehen im Musikerhimmel.

Schalte, Zeite, Unterhalte… wie bitte?

Hat er zu Zeiten der Seuche keine anderen Probleme, könnte man sagen. Doch hat er, zur Genüge. Trotzdem darf mir das Geschwafel von den Schalten oder der Schalte doch auf die Nüsse gehen. Wieso Schalte? Das ist doch eine Schaltung. Zwei Computer werden zusammengeschaltet. Und nicht geschalten, ihr Ossis.

Ich vermute, das kommt aus Berlin. Lass uns das nachher in der Schalte besprechen, wa? Det is kuhl.

Also, Schalte gibts nicht, ich mache darüber jetzt auch keine längere Abhandlung. Genausowenig gibt es die Worte Zeite und Unterhalte , das heisst Zeitung und Unterhaltung. Ende des Gesprächs.

Bikemarathon Swieradow Zdroj aka Bad Flinsberg

Zufällig lasen wir Mittwoch vom Bikemarathon, welcher dieses Wochenende hier stattfinden soll. Im Juni waren wir ja schon einmal in der Gegend, damals direkt in Swieradow, aber es hätte natürlich keiner vermutet, dass wir im September noch einmal zwei Wochen, in einer anderen Unterkunft, verbringen würden. Die Anmeldung über das Internet gestaltet sich gar nicht mal so schwierig, es gibt einen Preis für alles, man kann mit BLIK bezahlen, ein Service, den ich aus Deutschland so nicht kenne. Gestern haben wir dann die Startnummer abgeholt. Heute dann der Start. Die Voraussetzung hätten nicht besser sein können. Blauer Himmel, 15 Grad Celsius, das reicht für kurz. Die Tage davor hatten wir noch 8 Grad, dann siehts ja schon anders aus. Insgesamt starteten ca. 900 Menschen, verteilt auf vier Distanzen. Ich entscheide mich für die 52km Distanz, mit einer Deadline von 1:40h bei km17. Schafft man die nicht, wird man zur Classic (25km) umgeleitet. Dann wäre das Rennen schon nach knapp 1,5-2h vorbei. Aber die Sorge war nicht berechtigt, die 17er Marke passierte ich nach 1:12h es lief richtig gut. Die polnischen Streckenplaner haben zwei echt schwierige Abfahrten eingebaut, die verdienen den Namen nicht wirklich, es waren eher Abschieben. Selbst mit dem Fatbike war mir das nicht geheuer, ich habe während dieser beiden Passagen ein paar ganz interessante polnische Wörter gelernt, die kann ich hier nicht wiedergeben, alleine schon, weil mir hier die Zeichen fehlen. Und knackige Steigungen gabs auch, die machen mir aber deutlich weniger etwas aus, dafür gibts ja eine Gangschaltung. Auf diese Weise kam ich zu einer wunderbar geführten dreieinhalbstündigen Tour in Niederschlesien, mit leicht erhöhtem Puls und einer ganzen Menge an netten Kontakten.  Die Organisation war sehr gut, vom Wettkampfbüro, über die Startnummernausgabe und die Verpflegung auf der Strecke. Ob ich es noch erlebe,  dass auf solchen Rennen etwas weniger Müll ausserhalb der Buffet-Zonen weggeworfen wird, wird sich zeigen. Im Ziel wurde ich von meiner Anna erwartet. Kann es etwas schöneres geben? Sie hat auch das folgende Foto gemacht. Das war ein wunderbarer Tag.

vor dem Start

im Ziel. Meta (poln. für Ziel)

Militär-Orchester Wettbewerb

Ebenfalls an diesem Wochenende fand in Swieradów ein Wettbewerb polnischer Militärkapellen, bzw. -Orchester statt. Zufällig hörten wir Musik aus der Wandelhalle des Kurhauses und schauten uns die restliche Probe und das Programm an. Um 19 Uhr ging es los, das Orchester aus Rzeszów (gesprochen Scheschuf) spielte. Als erste Stücke wurden der NATO-Marsch und Valerie von Amy Winehouse dargeboten. Dann folgten, ebenfalls mit Gesang, zwei Stücke aus Bond Filmen, Skyfall und Goldfinger. Ich hatte aber in den Proben zwei Stücke gehört, die wollte ich nochmal hören, die waren so sensationell gespielt: Take the A Train von Duke Ellington und The Chicken von Jaco Pastorius. Den Namen des zweiten Stückes erfuhr ich erst wieder abends. Ich hatte das Stück schon mehrfach gehört, kam aber nicht auf den Titel.

Abends dann der Auftritt der Band, alle in Uniform. Bandleader eine Frau, Agata Cwiklak (Auf das C muss ein Strich) die einzige Frau in Polen beim Militär, die eine Band leitet. Also es sollte mich nicht wundern, wenn die den Wettbewerb nicht gewonnen hätte. Beim Auftritt wurden mindestens ein Dutzend Telefone hochgehalten, da müsste doch wenigstens einer dabei sein, der die Titel zu YT hochlädt. Ich werde berichten, wenn ich was finde. Und meinen Bandleader Fritz werde ich mal fragen, ob er nicht The Chicken für uns arrangieren könnte. Er hat ja Zeit tagsüber…

Noten vom Stück, also für Sax, hab ich.

Pastorius ist ja bereits 1987 verschieden, spielte als E-Bassist in einer Band mit, „Wheater Report“. Von der Band stammt das Instrumentalstück „Birdland“, welches wir auch einmal im Repertoire hatten. Kein echtes Swing-Stück, aber hören kann man es schon ab und an mal.

Mitech Fatbike, Pinion P1.18 knackt beim Treten, Problem geloest

Pionion-Support hat mir auf meine Anfrage folgendes geschrieben:

—schnipp—-
Pinion Getriebe laufen leise und ohne störende Geräusche. Wenn Geräusche auftreten, und das Getriebe einwandfrei schaltet, kommen die Geräusche nicht aus dem Getriebe und haben eine andere Ursache. Pinion und viele tausend Radfahrer haben in den letzen Jahren wichtige Erfahrungen im Umgang mit den Getrieben gesammelt. In vielen Fällen können Sie selbst, oder der Fachhändler vor Ort ein Problem lösen, ohne dass das Getriebe eingeschickt werden muss. hier finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema Geräuschentwicklung, Schaltverhalten, Schaltzüge, Zahnriemen und vieles mehr in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.
Bitte beachten Sie auch die Info bezüglich Knackgeräusche und Prüfen die dort aufgelisteten Pinion spezifischen Punkte. Darüberhinaus gibt es an einem Fahrrad auch sehr viele nicht Pinion spezifische Punkte die ein Knacken oder knarzen verursachen können. 
—schnapp—-

 

Das hatte ich schon gehofft.

 

Heute habe ich nun alles zerlegt, Getriebe abgeschraubt, alles saubergemacht und so, wie es das Handbuch empfiehlt, wieder zusammengeschraubt. Die Schraube 3 war gefühlt nicht so fest wie die andern. jedenfalls ist jetzt das Knacken weg, ich kann wieder reintreten.

 

Vom Hersteller des Rades hatte ich mir wenigstens eine Antwort erhofft, er hat sich bis jetzt nicht gemeldet, vielleicht ist er im Urlaub,

 

derzeitige Spannung des Riemens

 

Fahrradverleihsystem ESWE-Verkehr „meinRad“

Vergangenen Freitag wollte ich das erste Mal den Fahrradverleih per App nutzen. Die App ist ja schon 4 Wochen installiert, bei der Mobilitätszentrale am Dernschen Gelände war ich auch, dort wollte man meinen Ausweis sehen, danach sicherte mir der Mitarbeiter zu, ich sei freigeschaltet, könne jetzt Raeder ausleihen.

Ich hatte mein eigenes Rad in der Tiefgarage auf der Arbeit abgestellt, und musste zum Hauptbahnhof Wiesbaden, eine gute Gelegenheit für den Test eines Leihrades. Es geht fast nur abwärts, da kann man die Bremsen mal ausprobieren. Erstes Rad in der Willi-Brandt-Allee gescannt, Miete gestartet, bestätigt, dann der Versuch das Rad zu öffnen, also die Bremse. Fehler wird angezeigt. Es geht in der App nicht mehr weiter, zurückgegeben kann man das Rad auch nicht mehr. Unter der Hotline meldet sich eine Mitarbeiterin. Sie kann auch nichts machen, ich solle eine Email schreiben. Also es ist wie auf der Arbeit, Sofort-Abhilfe gibts nicht mehr. Die Hotline schließt die Miete, das macht sie in den darauffolgenden 15 Minuten noch ganze fünfmal, dann laufe ich den Rest zu Fuß, so wie sonst auch. Woran es hängt kann mir keiner sagen. Ich bin noch nichtmal enttäuscht, wäre allerdings bei Erfolg begeistert gewesen.

Na gut, es gibt eine zweite Chance, abends als ich wieder am Bahnhof ankomme. Ich versuche gleich vor dem Bahnhof wieder ein Rad zu mieten, gleiches Phänomen wie morgens, diesmal ein Mann an der Hotline, der um Entschuldigung bittet, für die Unannehmlichkeiten.

Das Thema „meinRad“ ist für mich damit erstmal erledigt, zumindest so lange, bis ich ein Feedback von der ESWE habe. Ich werde meinen eigenen Rädern vertrauen und darauf hoffen, dass in Wiesbaden anständige Orte  gebaut werden, wo man das Rad so abstellen kann, dass es abends noch da ist, wie zum Beispiel in Ingelheim.

Es gibt viel zu tun, Herr Kowol!

Bad Flinsberg im Juni

Die vergangene Woche verbrachten wir zum ersten Mal in Bad Flinsberg (poln: Swieradów Zdrój). Das ist ein Kurort in Niederschlesien, also Polen. Liegt ca. 60km hinter Görlitz und grenzt im Wald an Tschechien. Wir hatten Superwetter erwischt und konnten so, wie wir es mögen, abwechselnd einen Tag wandern und den nächsten radfahren. Die Stadt ist sehr überschaubar, 4k Einwohner, viele ältere deutsche und internationale Kurgäste.  Es gibt eine große Anzahl von Restaurants und Cafes, das Essen war die ganze Zeit super. Über die Flowtrails habe ich unten bereits was geschrieben. Unterkünfte gibt es auch in allen Kategorien, wir hatten dieses Mal eine Pension, poln. Pensjonat ausgewählt, dort sollte es ursprünglich auch Mittag/Abendessen geben, das machen die Wirtsleute aber erst in der Hauptsaison. Aber Frühstück gab es reichlich, polnisch halt, sehr wurst- und käselastig. Der Kaffee war nicht so mein Geschmack, das habe ich dann halt in den Cafes nachgeholt. Das Mimoza kann ich ansonsten empfehlen, liegt sehr zentral und von weitem sichtbar neben der größten Blutbuche, die ich je gesehen habe, Stammdurchmesser ca. 1,30. Überhaupt sind die alten Bäume das Kapital der Stadt. Der Kurpark ist traumhaft. Dort darf man aber erst rein, wenn man seine 50km Rad gefahren oder 20km gewandert ist. Urlaub hier in der Gegend und überhaupt in Polen jederzeit gerne wieder.

Herzlichen Glückwunsch zum 18. Geburtstag

Der wohl beste Beitrag zum Klimaschutz (CO2, Ressourcen, ich erspare uns weitere Einzelheiten) dürfte sein, einen Wagen, (wenn man schon einen braucht und daran bestand und besteht momentan kein Zweifel) solange zu fahren, bis nix mehr geht. Das versuche ich. Heute nun ist er 18 Jahre alt geworden, der zuverlässigste Wagen, den ich je hatte.  Ein Peugeot Partner, 2.0l HDI.

Achterbahn im Wald

Downhill, also hoch mit dem Lift und dann runterrasen, war mir immer schon suspekt. Das finde ich beim Skilaufen schon schei%%e, aber dort betrifft es mich nicht, denn skilaufen kann ich nicht. Beim radfahren gibts diesen Trend jetzt auch, aber auch das lehne ich ab, es sei denn, man hat die Chance, vorher mit eigener Kraft hochzufahren. So etwas dazwischen gibts hier, das  heißt in Polen Singletrack. Und bevor man sich ein Urteil erlaubt sollte man das ausprobieren. Heute waren wir zum ersten Mal im Leben auf so einem Singletrack, in Deutschland nennt man sie Flowtrails.

Gemeint sind einspurige Einbahnstraßen im Wald, von Menschen angelegt und gepflegt.  Bäche und Morast werden mit hölzernen Brücken überwunden, die Strecken haben nicht mehr als 5 Prozent Gefälle. Meist handelt es sich um Rundkurse, was bedeutet, dass man zwischendurch auch immer wieder klettern muss, um zum Ausgangspunkt zu kommen. Heute wurden die Strecken sogar gemäht. Mein Kollege Thomas K., der selbst mit seinem Verein solche Strecken baut, sagte zu mir einst auf die Frage, was mich auf so einer Strecke erwartet: „Stell dir vor, du fährst Achterbahn, aber mit dem Fahrrad im Wald.“ Genauso ist es auch.

In dieser Gegend gibts noch viel mehr Strecken, den gesamten Überblick bekommt man hier auf der Seite: http://singletrack.pl/ . Alle diese Strecken sind miteinander verbunden:

Diese beiden sind wir heute gefahren.

Nachteil an solchen Rundkursen ist evtl, dass man nirgends „hin“ kommt. Die Strecke verläuft die ganze Zeit im Wald, das Ziel ist das fahren und nicht ein bestimmter Wegpunkt, den man sich auf der Karte ausgesucht hat. Allerdings ist der Spaß am MTB-Fahren garantiert, den hat ja nicht jeder beim stumpfen bergaufklettern. Training muss halt auch manchmal sein, und der Mensch lebt von dieser Abwechslung.

Und zum Schluss fällt mir ein, dass der Sportverein in Wiesbaden (gravitypilots) höllisch Stress bekam, bei der Einrichtung der Downhillstrecke für Biker unterhalb des Schläferskopfes. Vielleicht war der Name falsch gewählt, gegen einen Flowtrail kann man eigentlich nichts haben. Bis auf den Freischneider wird dort kein Benzin verbrannt.

 

 

 

 

highway to

Ich bin nicht sicher, ob ich der erste bin, der diesen Witz bringt, aber es ist mir egal. Mir gefällt er. Und ruckzuck ist das fehlende L ergänzt. Hel, die Halbinsel in der polnischen Wojewodschaft Pommern (pomerskie) ist eine Reise wert. Die letzten beiden Wochen im März sind ziemlich gut für einen Urlaub in dieser Gegend geeignet. Es ist schon relativ lange hell und es gibt sonnige Mittage. Die sind allerdings noch nicht warm, einigermaßen dicke und vor allem winddichte Sachen braucht man schon. Dann gehts auch mit dem Fatbike am Strand. Endlich konnte ich das mal ausprobieren. Also, es ist ähnlich wie im Schnee, Fahren klappt, aber es ist mühsam. Am Strand kommt dann entweder Gegen- oder wenns besser läuft, Rückenwind dazu. Direkt am Wasser machts dann schon Laune. Dann hat aber jeder Ort seinen Kanal, der direkt über den Strand ins Wasser geht, den kann man nicht überqueren, der hat regelmäßig keine Brücke. Dann muss man halt bis zur ersten Straße vom Strand weg. Einige Strandabschnitte sind auch sehr schmal und vom Meer schon weggeknabbert worden. Hier hat man dann Gabionen gestellt, die halten aber auch nicht lange und vor allem kommt man nicht mehr vorbei. Die Natur hat irre Kräfte.

kiten geht natürlich auch bei dem Wind. Auf dem Wasser wärs allerdings jetzt noch zu kalt. Das müsste ich auch erst noch lernen.

Unser Hotel ist in Jastrzebia Gora, 10km westlich von Hel, an einem 33m hohen Kliff gelegen. Die Zimmer sind gut, haben leider etwas zu dünne Wände, man hört den Nachbarn, wenn er schnarcht.

Das Essen ist ausgezeichnet, es gibt ein Gym, silownia (das l hat ein Schrägstrich wie ein kyrillisches Kreuz, mein Zeichensatz kann das aber nicht darfstellen) genannt, und ein nagelneues Schwimmbad mit Salzwasser sowie eine Trocken-und eine Dampfsauna. Besonders hervorzuheben sind die extrem freundlichen Kräfte des Hauses, von den Mädchen an der Rezeption über die Köche und Kellnerinnen sowie auch die Physios. Zum Strand sind es keine 200m, einmal das Kliff runter und schon ist man am Wasser.

Blick vom 33m hohen Kliff
blauer Himmel, windstill
Mole von Sopot
wie stark der Wind blies kann man hier nicht erkennen.
Die Kameraoptik ist nicht defekt, das Haus sieht tatsächlich so aus.

Fazit: Die polnische Ostseeküste ist auch im März sehr zu empfehlen. Warme und vor allem winddichte Kleidung und evtl. ein paar polnische Sprachkenntnisse sind mitzubringen. Viel Spaß! Achso ja, alle Bilder hat meine Frau Anna gemacht, die Rechte liegen also bei ihr. Wer die Bilder verwenden will, muss vorher fragen.